Wenn plötzlich Staatsanwaltschaft & LKA im Büro stehen
Donnerstag, 11:00 Uhr.
Ein Anruf, den man nie bekommen möchte.
„Herr Breiter, wir haben gerade das LKA, die Steuerfahndung und die Staatsanwaltschaft im Haus.“
Ich kenne die Räumlichkeiten.
Meine Antwort rutscht raus: „Das ist aber bestimmt kuschelig.“
Ein kurzer Lacher. Dann wird es ernst.
Entweder wir liefern sofort die Daten – oder der Server wird beschlagnahmt.
Und genau hier beginnt die eigentliche Frage:
Wie verhält man sich in so einer Situation richtig?
Ruhe bewahren – auch wenn es schwer fällt
So eine Situation trifft die meisten völlig unvorbereitet.
Das Wichtigste zuerst: Keine Panik.
Hektik führt fast immer zu Fehlern – und Fehler können teuer oder sogar strafbar sein.
Wer darf was verlangen?
Die zentrale Frage lautet:
Gibt es einen richterlichen Beschluss?
- Mit Beschluss → Maßnahmen müssen in der Regel geduldet werden
- Ohne Beschluss → deutlich komplexer
- Behörden dürfen nicht einfach „alles“ verlangen
Wichtig: Beschluss zeigen lassen und prüfen (lassen).
Deine Rolle als IT-Dienstleister
Du bist plötzlich mittendrin. Und willst helfen.
Aber: Du bist nicht automatisch verpflichtet mitzuwirken.
- Unterstützung nur im rechtlich sicheren Rahmen
- Keine eigenständigen Entscheidungen
- Keine freiwillige Datenweitergabe ohne Grundlage
Im Zweifel immer: Anwalt kontaktieren.
Darfst du Fragen beantworten?
Ja – aber mit Vorsicht.
- Keine Vermutungen
- Nur gesicherte Fakten
- Keine Spekulationen
- Klar abgrenzen: „Ich bin der Dienstleister.“
Der kritische Punkt: Datenzugriff
Hier musst du bewusst entscheiden:
- Hilfst du aktiv: Verantwortung & Dokumentation
- Hilfst du nicht: Risiko der Server-Beschlagnahmung
Deshalb: Entscheidung nur mit juristischer Absicherung.
Was den Betrieb gerettet hat
Nach zwei Stunden lief alles wieder.
Kein Stillstand. Kein Chaos.
Der Grund war überraschend unspektakulär:
Vorbereitung.
Die drei entscheidenden Faktoren
- Saubere Dokumentation
- Ein einfaches Notfallhandbuch
- Funktionierende Backups
Ohne Vorbereitung wäre passiert:
- Server beschlagnahmt
- Betrieb steht still
- Massiver wirtschaftlicher Schaden
Stattdessen:
- Daten gezielt bereitgestellt
- Systeme verfügbar
- Betrieb lief weiter
Fazit
Es war keine Heldentat.
Es war Vorbereitung.
Und genau die entscheidet im Ernstfall darüber, ob alles stillsteht – oder nach zwei Stunden weiterläuft.